Der magische Moment – Theos letzte Reise

Am 09. Dezember 2022 war er da: der große Tag, auf den ich die letzten Wochen zuvor mit klopfendem Herzen hingearbeitet habe. Mein letztes Geschenk an Theo – die Planung und Umsetzung seiner Beisetzung.

Zwei Tage zuvor schneite es, am Tage drauf legte sich Eiseskälte und Nebel über das Land. Ich bangte. Was für ein Abschied würde uns erwarten? Und dann … am eigentlichen Tag: klarer Himmel, kein Wind, eine fast mystische Stille im Wald. Der ganze Ort war in goldenes Licht getaucht, als hätte die Welt selbst kurz den Atem angehalten.

So viele liebe Menschen waren gekommen, um sich von Theo zu verabschieden. Ich war überwältigt. Wer alles da war, wer ihn ehren wollte – es hat mich tief berührt. Trotz der Temperaturen war mir nicht kalt. Die Wärme der Anteilnahme, die Liebe und stille Nähe der Anwesenden – sie haben mich durchströmt wie ein inneres Leuchten.

Der Trauerredner sprach so würdevoll, einfühlsam, voller Achtung. Und dann kam er – mein magischer Moment. Inmitten eines der gespielten Lieder streifte ein Windhauch sanft mein Gesicht. Zart wie eine Berührung, nicht von dieser Welt. Ich erinnerte mich an die Gedichte von Doreen Kirsche, in denen sie solche Augenblicke beschreibt – Zeichen aus dem Jenseits. Und ja, ich spürte es mit jeder Faser: Das war Theo. Ein letzter Gruß, ein stilles Streicheln, ein Hauch von Ewigkeit. Atemberaubend schön.

Die zweite Rede, gehalten von einem Kameraden aus Theos Zeit bei der Bundeswehr, war ebenfalls voller Liebe, Stolz und Respekt. Und dann haben seine Kameraden ihm zu Ehren zwei Bundeswehr-Hubschrauber direkt über unsere Köpfe hinwegfliegen lassen – ein letzter Salut. Ein letzter Ehrenflug. Gänsehaut. Ich werde diesen Moment nie vergessen. Und wer genau hinschaute, konnte die paar Wolken direkt dahinter bemerken. Theo flog auf seine Weise mit.

Direkt nach der Urnenbeisetzung bezog sich der Himmel. Die Sonne verblasste, Theo hatte das Licht ausgeschaltet, das Ende der Veranstaltung eingeläutet.

Später zeigte mir meine Freundin zwei Fotos, die sie gemacht hatte. Auf einem fing sie das magische Licht im Wald ein – wie aus einer anderen Welt. Und auf einem anderen verwandelte sich durch Licht und Spiegelung Theos Porträt zu etwas… Besonderem. Fast so, als wäre er eins geworden mit dem Wald. Als wäre er jetzt ein stiller Waldgeist – ganz bei sich und doch bei uns. Mir lief es eiskalt den Rücken hinunter und doch war mir warm ums Herz.

Ich bin unendlich dankbar. Dankbar für diesen würdevollen Abschied. Für all die Liebe, die uns getragen hat. Für die Zeichen, die mir geschenkt wurden. Und vor allem für Theo.

Er bleibt.
In meinem Herzen, in meiner Seele, in jedem Lichtstrahl, der durch die Bäume fällt.
Ein besonderer Mensch. Mein Mensch. Für immer. ❤️

Licht verwandelt Theo auf seinem Portrait, lässt ihn scheinbar unsichtbar werden

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