Mein Neumond-Ritual: Wut in inneren Frieden verwandeln

Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der die Trauer um Theo so tief und dunkel war, dass ich kaum atmen konnte. Und als wäre das nicht schon genug, gab es da Menschen in meinem Leben, die mir in dieser verletzlichsten Phase statt beizustehen, noch zusätzlichen Kummer bereiteten. Menschen, die Theos Wünsche nicht vollumfänglich respektierten, die vorher kein wirkliches Interesse an seinem Leben gehabt hatten – und die jetzt rechtlich in seinem Erbe etwas für sich beanspruchen konnten.

Die Wut darüber war menschlich – wie ein ständiger, stiller Brand in mir. Ich wusste, wenn ich sie weiterhin festhielt, nährt sie sich von meiner eigenen Kraft und würde mich auf Dauer mehr verletzen als alles, was geschehen war. Ich brauchte einen Weg, sie gehen zu lassen – mich von den dunklen Gedanken zu befreien und eine Last von meinen Schultern zu nehmen.

Also schrieb ich einen Brief. Wort für Wort legte ich meine Gedanken hinein. Ich nannte Dinge beim Namen, sprach meine Anklage aus, hielt fest, was mir wehgetan hatte, und beschrieb, wie unmoralisch vieles war. Doch ich wollte keine Rache – Nein. Ich bat um Karma (nicht zu verwechseln mit Strafe oder Rache), damit diese Menschen ihre Lektion in Gerechtigkeit erfahren – ernten, was sie gesät haben.

An diesem Neumondabend saß ich bei klarem Himmel auf meiner Terrasse, hielt den Brief in den Händen und schaute in die Feuertonne. Ich atmete mehrmals tief ein und aus – bewusst. Das Flackern des Feuers hatte eine beruhigende Wirkung auf mich. Ich las den Brief einmal vor, dabei immer wieder zum Himmel schauend, und spürte, wie all das, was mich so lange beschwert hatte, nun in diesem Papier ruhte. Ich gab es ins Feuer – sah zu, wie die Flammen die Worte auflösten, der Rauch in den Himmel zog. Ich stellte mir vor, wie sie als reine Energie ans Universum gingen. Mit jedem Funken, der aufstieg, fühlte ich mich leichter.

Und dann kam der wichtigste Schritt: Ich legte eine Hand auf mein Herz und flüsterte den Satz, der das Neue einläuten sollte:
„Ich bin frei für meinen inneren Frieden.“

In dieser Nacht hatte ich nicht nur etwas losgelassen – ich hatte Raum geschaffen. Raum für etwas, das mich stärkt, statt mich zu verzehren. Mein Blick auf (m)einen Neubeginn sollte nicht mehr getrübt sein.

So wie der Neumond einen neuen Zyklus einleitet, so war für mich nun auch der Weg frei für etwas Neues – noch Unbekanntes.

Möchtest du auch etwas loslassen, um frei zu sein für etwas Neues? Dann nutze auch du die Energie und Kraft des Neumondes.

Symbolbild einer Feuerschale aus einer SPO Auszeit

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