Die Bewegung durch die Himmelsrichtungen

Wenn du die Himmelsrichtungen im Ritual ansprichst, entsteht ein Kreis – ein Raum, der dich trägt und schützt. Ob du ihn im Uhrzeigersinn (Osten, Süden, Westen, Norden) für Einklang mit Entfaltung und Aufbau oder gegen den Uhrzeigersinn (Osten, Norden, Westen, Süden) für Reinigung und Loslassen durchschreitest, hängt von deiner Absicht ab. Wichtig ist, dass du immer im Osten endest, damit der Kreis sich schließen kann.

Im Uhrzeigersinn (aufbauend, verbindend):
Du beginnst im Osten – dort, wo die Sonne aufgeht, wo der erste Atemzug den Tag erweckt. Von hier gehst du weiter in den Süden, lasse das Feuer in dir lodern, ziehe dann in den Westen, wo das Wasser dich reinigt und tiefer fühlen lässt. Schließlich erreichst du den Norden, wo die Erde dich verankert und nährt. Dann schließt sich der Kreis und du kehrst zum Osten zurück.
So folgst du dem Zyklus von Geburt – Wachstum – Ernte – Ruhe.

Gegen den Uhrzeigersinn (auflösend, reinigend):
Manchmal willst du nichts aufbauen, sondern loslassen. Dann beginne im Osten und gehe gegen den Lauf der Sonne. Du wanderst zurück über den Norden – in die Stille der Erde –, weiter in den Westen – wo das Wasser Altes hinwegspült –, dann in den Süden – wo das Feuer das Verbrauchte verbrennt. Schließlich gelangst du wieder in den Osten, wo ein klarer Atemzug dich frei macht.
So folgst du dem Weg von Fülle – Loslassen – Reinigung – Neubeginn.

Jede Richtung antwortet dir, wenn du sie bewusst betrittst. So wird der Kreis lebendig – und du stehst im Mittelpunkt, verbunden mit Himmel und Erde, mit Sonne und Mond, mit allem, was ist.

Merke den richtigen Dreh für deine Rituale: Aufbauend (im Uhrzeigersinn):
„Aus Atem (Osten), Feuer (Süden), Wasser (Westen), Erde (Norden) – ein Kreis ins Licht hineingeboren werde.“

Auflösend (gegen den Uhrzeigersinn):
„Luft (Osten), Erde (Norden), Wasser (Westen), Glut (Süden) – lösen, was nun gehen tut.“

Jetzt hast du die Mondphasen und Himmelsrichtungen in meiner Welt der Spiritualität kennengelernt. Bevor ich von meinem Jenseitskontakt erzähle, stelle ich noch die Basis für Rituale vor. Reinigung und Schutz benötigen dafür ihren Raum.

Der Norden – wenn alles seinen Weg findet

Im Norden schließlich liegt die Erde – still, geduldig, kraftvoll aber auch geheimnisvoll. Das Element Erde, stark und verlässlich, vollendet nun den Lauf.

Auf deinem Altar findest du vielleicht eine (Klang)Schale oder eine Münze, als Zeichen für Beständigkeit, Fülle und Wurzeln. Auch im Tarot steht das Symbol der Münzen oder Scheiben.

Der Norden trägt die Qualität des Winters und der Nacht: das Innehalten, die Ruhephase des Kreislaufs, die Tiefe, aus der alles neu geboren wird. Hier kommst du zur Stille, zur Wurzel, zur Basis. Es ist der Ort, an dem du Kraft schöpfst, damit Neues wieder wachsen kann.

In einem Ritualspruch würdest du die Kraft (den Geist oder den Boten) der Erde anrufen, dass sie dir Halt und Weisheit schenke und deinen Körper und Weg schütze.

Merke: Im Norden ruht die Sonne => Erde, Winter, Nacht, Rückzug und Weisheit.

So schließen die vier Richtungen den Kreis – sie zeigen dir den Tanz von Morgen und Abend, von Frühling bis Winter, von Luft bis Erde. Alles ist verbunden. Alles findet seinen Platz.

Doch eine Kleinigkeit gibt es noch zu beachten: Finde den richtigen Dreh – links oder rechts herum? Auch dazu werde ich dir was erzählen – aber nicht jetzt 😉

Der Westen – wenn alles im Fluss ist


Dort, wo die Sonne sich neigt, öffnet sich der Westen. Ihm gehört das Element Wasser – sanft, fließend, wandelbar, reinigend aber auch tief und geheimnisvoll.

Ein Kelch steht hier auf deinem Altar, gefüllt mit dem Versprechen von Hingabe, Intuition und Emotion. Ein Kelch ist das Gefäß für Tränen und Träume. Auch im Tarot steht das Symbol der Kelche.

Der Westen schenkt dir den Herbst und den Abend – Zeit der Ernte und Sammeln dessen, was dich nährt aber auch das Zurückziehen, das Loslassen und die innere Einkehr. Hier lernst du, dass Hingabe dir zu wahrer Stärke verhilft.

In einem Ritualspruch würdest du immer die Kraft (den Geist oder den Boten) des Wassers anrufen, dass er dir Tiefe, Gefühl und Frieden schenke und dein Herz und deine Seele schütze.

Merke: Im Westen sinkt die Sonne nieder => Wasser, Herbst, Abend, Ernte, innere Einkehr und Wandlung.