Die Frage nach Spiritualität

Im Alltag geerdet, im Herzen offen – so öffnet sich das Tor zur eigenen Spiritualität.

Spiritualität – für manche klingt dieses Wort nach Zauberei, nach geheimnisvollen Kräften, vielleicht sogar nach den alten Geschichten über Hexen.
Und ja, wenn wir an die dunklen Kapitel der Hexenverfolgung denken, läuft uns ein leiser Schauer über den Rücken. Doch hinter vielen dieser alten Bräuche verbirgt sich etwas zutiefst Helles: die weiße Magie. Sie ist keine Magie, die schadet – sondern eine, die nährt, schützt und unseren Alltag mit einem Funken Wunder erfüllt.

Spiritualität und Rituale werden oft in einem Atemzug genannt. Doch was verbirgt sich wirklich dahinter?
Ein Ritual ist im Kern eine Handlung, die nach festen Regeln abläuft – und ihre Kraft aus der Wiederholung schöpft.

Das kann eine bewusste Praxis wie Yoga oder Qi Gong am Morgen nach dem Aufstehen und der körperlichen Reinigung sein. Es kann aber auch der stille Moment mit einer Tasse Kaffee sein, bevor der Arbeitstag beginnt.
Rituale begegnen uns also nicht erst in der Spiritualität – sie sind längst Teil unseres Alltags. Je achtsamer und liebevoller wir sie gestalten, desto eher werden sie zu einem Tor, das uns in tiefere, spirituelle Ebenen führt. Nicht umsonst sprechen wir dann davon, etwas zu zelebrieren.

Für mich ist Spiritualität ein Weckruf an den inneren Geist – ein bewusstes Wahrnehmen meiner selbst, aber auch ein neugieriges Streben nach dem Unbekannten. Sie ist ein Handeln auf einer energetischen Ebene, die nicht immer für jeden zugänglich ist – und doch in jedem von uns leise schlummert.

Als nächstes widme ich mich mit einem kleinen Einstieg in die Mondphasen. Bleib gespannt und neugierig?

Meine spirituelle Reise – bald hier

Spiritualität ist kein ferner Ort, den man erst mühsam erreichen muss. Sie ist da – in den kleinen Momenten, den Ritualen, den Dingen, die uns bewusst werden lassen: Ich bin verbunden.

Bald öffnet sich hier ein neuer Bereich, in dem ich dich mitnehme in meine Welt der gelebten Spiritualität im Alltag.
In dieser Rubrik werde ich erzählen, wie ich mit Ritualgegenständen arbeite, die Kraft der Mondphasen nutze, die Energien der Himmelsrichtungen und inspirierende Sprüche in mein Leben einbeziehe.

Dazu kommen meine durchgeführten Rituale – zum Beispiel zur Reinigung und zum Schutz – die eine wichtige Verknüpfung bilden … bis hin bei einem Jenseitskontakt.

Bleib gespannt und neugierig!

Mama – unser Fels

Manchmal begegnet uns wahre Stärke leise.
Nicht im lauten Triumph, nicht in großen Gesten – sondern in einem Leben, das getragen ist von Liebe, Verantwortung und der stillen Entschlossenheit, niemals aufzugeben.
Dieser Text ist für meine Mama. Für die Frau, die unser Zuhause zu einem sicheren Hafen machte, die uns das Leben schenkte, als sie selbst schon so vieles durchgestanden hatte – und die bis zum letzten Atemzug für uns da war. ❤️

Meine Mutter war eine Frau, geprägt von den Entbehrungen der Kriegszeit und gestählt durch Schicksalsschläge, die andere vielleicht gebrochen hätten. Sie aber wählte immer den Weg der Stärke.
Noch bevor sie an eigene Kinder dachte, kümmerte sie sich mit ganzer Hingabe um den ersten und kranken Sohn meines Vaters aus erster Ehe. Erst als sie selbst schon weit in ihren Dreißigern war, kamen meine Schwester und ich auf die Welt.

Mama war der Fels unserer Familie – klar in ihren Regeln, unbeirrbar in ihren Grundsätzen. Haus und Kindererziehung waren ihr Reich. Papa wurde nur dann hinzugezogen, wenn wir es allzu sehr übertrieben hatten und der „Patriarch“ Ordnung schaffen musste.

Unsere Kindheit war reich an Erlebnissen. Mama arbeitete abends – erst als Gymnastiklehrerin, später als Yoga- und Coronar-Sport-Trainerin. Das finanzierte unsere wunderschönen Reisen quer durch Europa. Papa, Beamter mit Freigeist, arbeitete auf einem kleinen Flugplatz, wo er Sportflieger im Tower überwachte. Er schuf ein Schutzbiotop für seltene Pflanzen, war passionierter Ornithologe – und wenn es zuhause zu laut wurde, zog er sich in den Wald zurück, bis sich die Wogen geglättet hatten.

Gemeinsam waren sie für viele ein Vorzeigeehepaar: Sie, die perfekte Gastgeberin, die liebevoll für Speis und Trank sorgte. Er, der Musiker, der am Klavier verzauberte und mit seinen Reden begeisterte. Jeder hatte seinen festen Platz in dieser Partnerschaft: Papa kümmerte sich um Technik und Papierkram, Mama um das Wohlfühlen aller.

Als Papa so plötzlich starb, fiel Mama in ein tiefes Loch. Zuerst zeigte sie keine Trauer, sondern arbeitete nur alles ab, was er so akribisch vorbereitet hatte – vom Lebenslauf für die Trauerrede bis hin zu seinen Musikwünschen. Erst nach der Beisetzung kam die Leere. Doch irgendwann kehrte ein Leuchten in ihre Augen zurück. Sie sagte, sie wolle leben – für uns, ihre Töchter. Aber keinen Tag ließ sie aus, um zu betonen, wie sehr sie Papa vermisste.

Mit Anfang 90 konnte sie schließlich nicht mehr allein leben. Nach einem Unfall in ihrer Wohnung zog sie ins Seniorenheim. Sie nahm es erstaunlich gelassen, ordnete bald auch dort ein wenig die Dinge und „erzog“ ihre Mitbewohner – nicht immer erwünscht. Aber ihren Pflegerinnen und Pflegern begegnete sie stets mit Respekt.

Dann kam 2022 Corona ins Heim. Isolation. Keine Gemeinschaftsräume, keine vertrauten Gesichter – nur Masken und Schutzanzüge. Als sie selbst eine leichte Form bekam, wurde ihr die Welt fremd. Sie blieb im Bett, verweigerte ihre Medikamente. Die Heimleitung rief besorgt an: „Ihre Mutter will sterben.“

Meine Schwester durfte trotz Besuchsverbot zu ihr. Auf die Frage, ob sie das wirklich wolle, schüttelte Mama den Kopf und sagte: „Ach was, ich hatte nur einen schlechten Moment.“ Doch als meine Schwester gehen musste, bat sie sie zu bleiben – etwas, das sie sonst nie tat.

Am nächsten Tag war sie wieder bereit, sich in ihren Sessel setzen zu lassen. Später sollte meine Schwester mit Infusionen kommen. Mama wurde bettfertig gemacht. In einem kurzen Moment allein nahm sie ihre geliebte Lego-Armbanduhr, legte sie auf ihr Herz – und schlief für immer ein.

Die Uhr blieb stehen, als auch ihr Herz aufhörte zu schlagen.
Sie hatte entschieden, dass es Zeit war, Papa über die Regenbogenbrücke zu folgen.

92 Jahre hat sie gelebt. 12 davon ohne Papa – nur für uns.
Danke, Mama. Für alles. ❤️

Ein Herz und eine Seele – meine Eltern