Wenn man von Ritualen spricht, ist schnell die Rede von Magie. Und ja, da gibt es die bekannte Unterscheidung:
Schwarze Magie – sie manipuliert, schadet, wird meist aus rein egoistischen Gründen genutzt.
Weiße Magie – sie wirkt zum Wohle, niemandem schadend, eher helfend und befreiend (im besten Fall für alle Beteiligten).
Mein Ritual hier könnte auf den ersten Blick verdächtig nach schwarzer Magie klingen. Aber keine Sorge – es schadet niemandem. Es sorgt nur dafür, dass jemand oder etwas, das dir nicht guttut, aus deinem Leben verschwindet. Ganz sanft… und vielleicht ein bisschen mit Augenzwinkern. Denn wo könnte man das Loslassen besser üben als auf dem stillen Örtchen?
Der richtige Zeitpunkt: Gestartet wird bei Vollmond – Zeit der Klarheit und Reflexion.
Die eigentliche Kraft entfaltet das Ritual im abnehmenden Mond, wenn alles nach Loslassen ruft.
Den Abschluss findest du beim Neumond, wo Platz für Neues entsteht.
Was du brauchst: nicht viel, nur einen Bleistift (der am Ende geopfert wird) und… na ja, die Verdauung erledigt den Rest.
So geht’s: Bei jedem – und ja, wirklich jedem! – Klogang nimmst du ein Blatt Klopapier, schreibst mit dem Bleistift den Namen oder das Thema, das du loslassen möchtest, darauf und darunter die Worte:
„Verschwinde aus meinem Leben.“
Dann ab damit ins Klo, du erledigst dein Geschäft, spülst – und zwar ohne zurückzuschauen! Genau dieses Wegschauen ist Teil des Rituals: Es symbolisiert, bewusst den Rücken zu kehren.
Da Rituale von Wiederholung leben, wird der Bleistift dein treuer Begleiter für alle Toilettengänge in dieser Zeit – quasi dein magisches Werkzeug im Badezimmer.
Der große Abschluss – am Tag des Neumondes ist das Finale:
Du nimmst den Bleistift, begibst dich an einen Ort, den du sonst nie aufsuchst (bei mir war es ein Rastplatz auf dem Arbeitsweg), und entsorgst den Bleistift. Natürlich nicht einfach in die Natur, sondern brav z.B. in eine Restmülltonne.
Dann gehst du – ohne zurückzublicken – weiter deines Weges, als wäre nichts gewesen.
Was geschieht danach: Nein, es macht nicht Bäng, Puff, Zauberrauch – und plötzlich ist die Person oder das belastende Thema verschwunden. Aber vertraue dem Universum. Es hört deine Botschaft, und die Ereignisse fügen sich: ein Umzug, ein neuer Job, Veränderungen im Umfeld – und auf einmal entsteht die gewünschte Distanz.
Mag sein, dass dieses Ritual für dich etwas… nun ja, derb wirkt. Aber manchmal hilft genau das: ein kraftvoller, humorvoller Weg, um loszulassen. Und glaub mir: Es fühlt sich befreiender an, als du denkst – manchmal darf Spiritualität eben auch ein bisschen… bodenständig sein.


