Die erste Botschaft – Heimkehr ins Licht

Ich war aufgeregt, als ich die erste Karte zog – die Schlüsselkarte, jene, die in Anlehnung an Petra Schmerlings Buch „Lenormand Karten als Brücke ins Jenseits“ die wohl wichtigste Frage beantworten sollte:

Wo befindet sich Theos Seele jetzt?
Hat er den Weg ins Licht gefunden?

Mit zitternden Fingern drehte ich die Karte um. Ein Atemzug der Spannung und dann – Erleichterung.

Karte Nr. 4 – Das Haus.

Ein leises Lächeln stahl sich auf meine Lippen. Das Haus – Symbol für Zuhause, Geborgenheit, Stabilität, Sicherheit. Und wie passend das war! Theo, der Mensch der Strukturen, der Ordnung, der in Routinen Frieden fand – er war angekommen.

Für einen Moment überkam mich ein leiser Zweifel.
War er vielleicht noch an sein früheres Zuhause gebunden, das inzwischen längst verkauft war? Doch Nein – das Haus in dieser Position gilt als positiv, ein klares Zeichen von Ankunft und Ruhe.

Ich schlug im Buch nach, um die Bedeutung zu vertiefen, und fand darin Bestätigung – und Trost.
Theo ist im Licht. Sein Hinübergehen war keine Flucht, sondern eine Heimkehr. Wie das Wiederfinden eines vertrauten Ortes, voller Struktur, Geborgenheit und Liebe.

In mir stieg Wärme auf – vielleicht hatte meine Unterstützung, ob sichtbar oder nur im Stillen, ihm geholfen, den Weg zu finden. Er ist zurück in seiner Stärke, frei von Zerrissenheit, frei von Blockade.

Ein paar Tränen der Erleichterung fanden ihren Weg. Mein größter Wunsch war erfüllt: Theo hat Frieden gefunden.

„Die Seele kennt den Weg – und manchmal lässt sie die Nebelschleier weichen und führt nach Hause ins Licht.“

In meinem nächsten Beitrag deute ich die zweite Karte dieser besonderen Legung – die Frage, wie es Theo jetzt geht. Bleib an meiner Seite, wenn sich das nächste Tor zwischen den Welten öffnet.

Die erste Karte – Das Haus

Moonlight Connection – Wenn die Seele erneut flüstert

„Liebe kennt keinen Tod – sie wandelt nur die Form, in der sie uns begegnet.“

Theos dritter Todestag.
Die Bilder dieses Tages sind unauslöschlich – in mein Herz und meinen Geist gebrannt.
Angst, Schmerz und Verzweiflung schienen wieder aufzusteigen – doch ich wollte mich der dunklen Seite der Trauer nicht hingeben – Ich wollte das Licht finden.

Und wie durch Schicksal schob sich der prächtige Vollmond genau an diesem Datum über den Himmel – ein Supervollmond, kraftvoll, klar, magisch. Seine Energie umhüllte mich wie Trost.
War es Zufall?
Oder ein Zeichen von Theo – dem „Moon001“, wie er sich damals nannte, als wir uns 2005 im weiten Raum des Internets fanden?

Tagsüber hatte ich meine Wohnung gereinigt, alles Alte durfte weichen. Am Abend dann lag alles bereit für unser Rendezvous zwischen den Welten.

Mein Tisch – ein kleiner Altar aus Liebe.
Kerzen, Rosenquarz für unsere Verbundenheit, Bergkristall zur Stärkung der Verbindung, sein Bild, unsere symbolischen Ringe, meine neue, selbst kreierte Legeschablone und die Sonnenfunken Lenormand Karten.

Bevor ich den Kontakt begann, führte ich das Reinigungsritual für mich und den Raum durch – mein Reisigbesen half mir wieder dabei, die letzten Schatten hinauszufegen.
Dann zog ich den Schutzkreis im Uhrzeigersinn und bat die Boten der Himmelsrichtungen um Beistand.
Eine weiße und eine schwarze Kerze brannten – Symbole für Reinheit und Schutz.

Die genaue Beschreibung über den Ablauf der Rituale findest du in meinem Beitrag über den ersten Jenseitskontakt.

Als ich mich sicher fühlte, schloss ich die Augen, atmete tief, und dachte intensiv an Theo. Während ich die Karten mischte, bat ich ihn um Nähe, um Verbindung, um ein Zeichen.

Dann, plötzlich – eine Karte quer in der Hand. Mein Stopp. Mein Moment.
Ich hob den Blick zu seinem Bild – mir wurde warm, die Kerzen flackerten, und der Mond tauchte den dunklen Teil des Raums in silbriges Licht. Meine beiden Kater lagen friedlich unter dem Tisch. Alles war still. Alles war richtig.

In den nächsten Tagen werde ich die Deutung der sieben Karten mit dir teilen – die Botschaften, die mich von ihm erreichten. Vielleicht wirst auch du das Flüstern spüren, wenn Licht und Liebe sich erneut berühren.

„Ich öffne mein Herz, empfange das Licht der Seele, Ich bin offen für die Zeichen des Himmels, und der Liebe, die nie vergeht.“

Ein Blick in den Himmel, der Mond schiebt die Wolken geradezu auseinander für sein Strahlen
Kurz vor Tagesbeginn leuchtet er immer noch

Ein Schlüssel im Kartenbild – wenn die Seele sich zum ersten Mal zeigt

Nachdem ich die Karten gemischt hatte – ich mische immer so lange, bis entweder eine Karte querliegt oder sich in mir ein warmes, stimmiges Gefühl einstellt – zog ich mit fast zitternden Händen die erste Karte, um sie an ihre vorgesehene Position zu legen. Beim Ziehen jeder Karte sprach ich innerlich mit Theo, bat ihn laut darum, mir seine Antwort auf die jeweilige Frage zu geben.

Die erste Karte wird unterhalb der Reihe von sechs Karten platziert. Die achte Karte kommt darüber. (Auf dem Foto lässt es sich gut erkennen.) Diese erste Karte trägt eine besondere Bedeutung: Sie zeigt, wo sich mein Theo gerade befindet. Ist er bereits im Licht angekommen? Oder verweilt er noch freiwillig hier auf Erden? Oder ist seine Seele blockiert und findet den Übergang ins Licht noch nicht? Genau deshalb ist diese Position der Schlüssel für die ganze Legung.

Die Autorin, Petra Smerling, nach deren Buch  ich die Legung durchführte, teilt die 40 Lenormand Karten in drei Kategorien, wobei sie eine nicht aufgeführt hat:

17 positive Karten, die anzeigen, dass die Seele im Licht ist – geborgen und angekommen.

14 neutrale Karten, die deuten, dass die Seele noch auf Erden verweilt – aber freiwillig.

8 negative Karten, die zeigen, dass die Seele blockiert ist und den Weg ins Licht noch nicht antreten kann.

Diese erste Einordnung bildet die Grundlage. Danach geht es um die tiefere Botschaft der gezogenen Karte. Für mich ist dabei entscheidend, unabhängig von der Grund-Deutung jeder Karte, wie sich die Karte anfühlt, welches Bild, welche Emotion sie in mir hervorruft.

An diesem Abend zog ich die Karte 23 – die Mäuse. Ein Stich durchfuhr mein Herz. Damit hatte ich nicht gerechnet. Die Mäuse gehören zu den negativen Karten – die Bestätigung fand ich auch im Buch. Theo war blockiert, er konnte seinen Weg ins Licht nicht antreten. Sofort stiegen in mir Bilder, Worte und Gefühle auf, begleitet von einer bedrückenden Kälte der Traurigkeit. Ich schaute auf sein Foto – er lächelte mich darauf mild an.

Nun galt es, tiefer in die Bedeutung dieser Karte einzutauchen. Also schlug ich das große letzte Kapitel im Buch auf, in dem alle Karten unter dem Aspekt der blockierten Seele gedeutet werden.

Die Mäuse stehen im Lenormand immer für „Verlust“ – sie nagen, sie schwächen, sie machen etwas unvollständig. Auch im Buch ist die Rede von nagenden Ängsten und Unsicherheiten. Du hast meinen Blog über Theos Abschied gelesen? Dann weißt du: Er wurde gegen seinen Willen auf der Intensivstation fixiert und ins künstliche Koma gelegt, während ich draußen mit den Papieren für unsere Notfalleheschließung um Einlass bat. Dieser Moment verfolgt mich bis heute – die Frage, was er wohl in dieser Zeit durchgemacht hat, ohne Möglichkeit, selbst zu entscheiden.

Theo wollte mich versorgt wissen, wollte, dass sein Erbe in guten, ehrenden Händen bleibt – nicht im Zugriff der Gier. Deshalb die Notfalleheschließung. Und doch nahm man ihm in diesen letzten Stunden seine Selbstbestimmung. Als die Mäuse fielen, schossen mir all diese Bilder wieder durch den Kopf. Ich konnte die Tränen nicht halten.

An dieser Position zeigen die Mäuse Theos Zweifel, die ihn blockieren. Verlust und Unvollständigkeit verwehren ihm den Schritt ins Licht – es bleibt für ihn unerreichbar. Und ausgerechnet Theo, der Zeit seines Lebens als leidenschaftlicher Pilot selbst im Blindflug mit sicherer Hand navigierte, der immer alles akribisch plante und mit Sorgfalt ausführte, steckt nun in einem fast teuflischen Kreislauf.

Mein Herz flüstert nur eines: Möge ich diesmal seine Stütze sein.