Wenn Licht zum Mantel wird – vom Zauber des Schutzkreises

Bevor ich die Lenormand Karten für meinen Jenseitskontakt mit Theo zur Hand nehme, widme ich mich einem wichtigen Schritt: dem Schutzkreis. Und ja – er ist wörtlich zu verstehen. Ich erschaffe einen imaginären Lichtkreis um mich, wie eine unsichtbare Grenze, die nur Gutes hereinlässt. Denn es sind nicht Wolken, die bei einem Kontakt mit der anderen Welt durchziehen könnten, sondern manchmal auch Energien, die nicht willkommen sind. Damit mein Ritual unter einem guten Stern steht, reinige ich mich selbst, den Raum – und ziehe anschließend diesen Kreis.

Mein treuer Besen darf sich nach der Reinigung ausruhen, jetzt ist andere Magie gefragt. Manchmal nutze ich dazu meinen Zauberstab, oder einfach meine Hände, die sich mystisch im Kreis bewegen – der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist, dass ich im Osten beginne und mich im Uhrzeigersinn drehe, die Kräfte der Elemente rufend:

Osten, Bote der Luft – schenke Klarheit & Atem und Schutz für meine Gedanken & Visionen.

Süden, Bote des Feuers – schenke Mut & Energie und Schutz für innere Kraft & inneren Frieden.

Westen, Bote des Wassers – schenke Gefühl & Frieden und Schutz für mein Herz & meine Seele.

Norden, Bote der Erde – schenke Halt & Weisheit, Schutz für meinen Körper & meinen Weg.

Am Ende schließe ich den Kreis im Osten mit den Worten: „So sei es!“
Es fühlt sich an, als lege sich ein warmer Mantel aus Licht um mich – jede dunkle Energie prallt daran ab.

Dann wende ich mich meinem Couchtisch zu, entzünde die letzte Kerze – die Duftkerze, lege die Hand auf mein Herz und spreche: „Dieser Kreis ist nun geschlossen. Hier bin ich sicher. Hier bin ich ganz ich selbst.“

Und damit ist der Boden bereitet für das eigentliche Ritual, meinem Jenseitskontakt.

Kleine Randbemerkung: Du denkst jetzt vielleicht: „Puuh, so viel Aufmerksamkeit auf Reinigung und Schutz. Was für eine Zeit(verschwendung).“ Doch ich betone immer wieder – wer mit Kräften spielt, sollte Achtsamkeit zeigen. Wer das Ganze nur als Spinnerei abtut, sollte Karten lieber für Mau-Mau nutzen. Wer aber mit reinem Herzen und offenem Geist arbeitet, darf erfahren, dass sich tatsächlich Türen öffnen.

„Ich stehe im Kreis aus Licht.
Nichts Dunkles erreiche mich,
nur die Liebe bleibt.
Ich bin geschützt, gehalten, geführt –
jetzt und in jeder Zeit.“

Und wenn der Kreis geschlossen ist, öffnet sich zugleich eine andere Tür – die Tür zum eigentlichen Kontakt. Im nächsten Beitrag nehme ich dich mit hinein in mein Ritual mit den Lenormand Karten, wo Herz und Seele nach Zeichen suchen und die Sprache zwischen den Welten beginnt.

Die Bewegung durch die Himmelsrichtungen

Wenn du die Himmelsrichtungen im Ritual ansprichst, entsteht ein Kreis – ein Raum, der dich trägt und schützt. Ob du ihn im Uhrzeigersinn (Osten, Süden, Westen, Norden) für Einklang mit Entfaltung und Aufbau oder gegen den Uhrzeigersinn (Osten, Norden, Westen, Süden) für Reinigung und Loslassen durchschreitest, hängt von deiner Absicht ab. Wichtig ist, dass du immer im Osten endest, damit der Kreis sich schließen kann.

Im Uhrzeigersinn (aufbauend, verbindend):
Du beginnst im Osten – dort, wo die Sonne aufgeht, wo der erste Atemzug den Tag erweckt. Von hier gehst du weiter in den Süden, lasse das Feuer in dir lodern, ziehe dann in den Westen, wo das Wasser dich reinigt und tiefer fühlen lässt. Schließlich erreichst du den Norden, wo die Erde dich verankert und nährt. Dann schließt sich der Kreis und du kehrst zum Osten zurück.
So folgst du dem Zyklus von Geburt – Wachstum – Ernte – Ruhe.

Gegen den Uhrzeigersinn (auflösend, reinigend):
Manchmal willst du nichts aufbauen, sondern loslassen. Dann beginne im Osten und gehe gegen den Lauf der Sonne. Du wanderst zurück über den Norden – in die Stille der Erde –, weiter in den Westen – wo das Wasser Altes hinwegspült –, dann in den Süden – wo das Feuer das Verbrauchte verbrennt. Schließlich gelangst du wieder in den Osten, wo ein klarer Atemzug dich frei macht.
So folgst du dem Weg von Fülle – Loslassen – Reinigung – Neubeginn.

Jede Richtung antwortet dir, wenn du sie bewusst betrittst. So wird der Kreis lebendig – und du stehst im Mittelpunkt, verbunden mit Himmel und Erde, mit Sonne und Mond, mit allem, was ist.

Merke den richtigen Dreh für deine Rituale: Aufbauend (im Uhrzeigersinn):
„Aus Atem (Osten), Feuer (Süden), Wasser (Westen), Erde (Norden) – ein Kreis ins Licht hineingeboren werde.“

Auflösend (gegen den Uhrzeigersinn):
„Luft (Osten), Erde (Norden), Wasser (Westen), Glut (Süden) – lösen, was nun gehen tut.“

Jetzt hast du die Mondphasen und Himmelsrichtungen in meiner Welt der Spiritualität kennengelernt. Bevor ich von meinem Jenseitskontakt erzähle, stelle ich noch die Basis für Rituale vor. Reinigung und Schutz benötigen dafür ihren Raum.

Der Norden – wenn alles seinen Weg findet

Im Norden schließlich liegt die Erde – still, geduldig, kraftvoll aber auch geheimnisvoll. Das Element Erde, stark und verlässlich, vollendet nun den Lauf.

Auf deinem Altar findest du vielleicht eine (Klang)Schale oder eine Münze, als Zeichen für Beständigkeit, Fülle und Wurzeln. Auch im Tarot steht das Symbol der Münzen oder Scheiben.

Der Norden trägt die Qualität des Winters und der Nacht: das Innehalten, die Ruhephase des Kreislaufs, die Tiefe, aus der alles neu geboren wird. Hier kommst du zur Stille, zur Wurzel, zur Basis. Es ist der Ort, an dem du Kraft schöpfst, damit Neues wieder wachsen kann.

In einem Ritualspruch würdest du die Kraft (den Geist oder den Boten) der Erde anrufen, dass sie dir Halt und Weisheit schenke und deinen Körper und Weg schütze.

Merke: Im Norden ruht die Sonne => Erde, Winter, Nacht, Rückzug und Weisheit.

So schließen die vier Richtungen den Kreis – sie zeigen dir den Tanz von Morgen und Abend, von Frühling bis Winter, von Luft bis Erde. Alles ist verbunden. Alles findet seinen Platz.

Doch eine Kleinigkeit gibt es noch zu beachten: Finde den richtigen Dreh – links oder rechts herum? Auch dazu werde ich dir was erzählen – aber nicht jetzt 😉